Josefov Prag

Veröffentlicht von

Josefov ist der ehemalige jüdische Teil der Altstadt von Prag. Es ist der nördliche Teil der alten Innenstadt, er wird auf deutsch auch manchmal Josefstadt oder Josephstadt genannt. Etwa vom Jahr 1200 an lebten in Josefov die Juden von Prag. Bis etwa 1850 war es eines der größten Judenviertel in Europa. Heute kommen sehr viele Touristen in den ehemaligen jüdischen Stadtteil. Vor allem besichtigen sie die Überreste des jüdischen Lebens in der Josephstadt. Dies sind vor allem der jüdische Friedhof und 5 Synagogen. Mit der Prager Burg und der Karlsbrücke gehört Josefov zu den wichtigsten und meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Prags. Besonders der alte jüdische Friedhof ist weltbekannt.


Wichtig: Da die Dinge recht schwer zu verstehen sind, empfehlen wir eine Führung durch das jüdische Josefov von 2,5 Stunden Dauer inklusive Eintrittskarte. Diese sollte man vorher im Internet buchen (knapp 40 Euro), da die Kapazitäten in deutscher Sprache begrenzt sind.
>>> Link zur Webseite mit mehr Infos und Möglichkeit zur Buchung


Alte Jüdische Friedhof Prag
Alte Jüdische Friedhof Prag

Kurzer Überblick Geschichte von Josefov (Josefstadt)

Schon etwa ab dem Jahr 1000 nach Christus lebten Juden in der Gegend. Ab dem 13. Jahrhundert entwickelte sich Jesofov zu einem größeren jüdischen Viertel, kurz danach entstand die erste große Synagoge, die Altneu-Synagoge. Die größte Zeit erlebte die Prager Judenstadt im 16. Jahrhundert, zur Zeit des legendären Rabbi Löw. Das Leben der Juden in der Josefstadt war über Jahrhunderte vom Platzmangel geprägt. Viel zu viele Menschen lebten in dem Stadtviertel von Prag. Man sieht dies heute noch auf dem berühmten Friedhof. Hier sind unglaublich viele Grabsteine auf engstem Raum, oft wurden Menschen in bis zu 12 Schichten übereinander beerdigt.

1850 bekamen die Juden endlich das Recht zu leben wo sie wollen. Viele zogen in andere Stadtteile, das Viertel Josefov änderte sich. Später im 19. Jahrhunderte wurden viele der alten Häuser und engen Gassen abgerissen, ein neues Viertel im Zentrum von Prag entstand um das Jahr 1900. Heute erinnern nur noch einige Dinge wie der Friedhof und die Synagogen an das ehemalige große Judenviertel.

Jüdisches Rathaus Josefov
Jüdisches Rathaus im Stadtteil Josefov

Wichtig: Weil einige Dinge recht schwer zu verstehen sind, empfehlen wir eine Führung durch das jüdische Josefov von 2,5 Stunden Dauer inklusive Eintrittskarte. Diese sollte man vorher im Internet buchen (knapp 40 Euro), da die Kapazitäten begrenzt sind.
>>> Link zur Webseite mit mehr Infos und Möglichkeit zur Buchung


Wichtige Sehenswürdigkeiten in Josefov

Die wichtigen jüdischen Sehenswürdigkeiten kann man alle mit einem Ticket für etwa 20 Euro besuchen (siehe unten bei Tickets).

Der jüdische Friedhof von Prag gehört zu den absoluten Top-Sehenswürdigkeiten von Prag. Unser Artikel über diesem Thema

Die Pinkas-Synagoge gehört zu den ältesten erhaltenen Synagogen. Heute gibt es hier eine LIste von fast 80.000 Namen von jüdischen Menschen, die von den Nazis verschleppt und zum großen Teil ermordert wurden. Unser Artikel zu diesem Thema

Die Spanische-Synagoge ist die neuste der vielen Synagogen (19. Jahrhundert). Die Architektur und das Innere erinnern an das maurische Spanien und die Alhambra. Unser Artikel zu diesem Thema

Spanische Synagoge
Spanische Synagoge in der Josefstadt Prag

Die Maisel-Synagoge aus dem späten 16. Jahrhundert brannte 1689 ab, wurde aber viel später (Ende 19. Jahrhundert) wieder aufgebaut. Unser Artikel zu diesem Thema

Die Klausen-Synagoge ist die größte der vielen Synagogen in Josefov (Josefstadt) in Prag. Unser Artikel zu diesem Thema

Die Altneu-Synagoge ist das vielleicht bekannteste jüdische Gebäude in Prag. Es ist die älteste erhaltende Synagoge in Europa (aus dem 13. Jahrhundert). Unser Artikel zu diesem Thema

Altneu-Synagoge
Die Altneu-Synagoge in der Josephstadt (Zentrum Prag)

Daneben kann man mit der Eintrittskarte für das jüdische Joselov auch noch die Jüdische Zeremonienhalle und eine Kunstaustellung namens Robert Guttmann Galerie besuchen.

Dies sind die wichtigsten jüdischen Sehenswürdigkeiten im Prager Stadtteil Josefov. Es gibt auch noch einige weitere Attraktionen wie das Geburtshaus von Kafka oder das Rudolfinum. Diese haben mit dem Jüdischen Museum Prag nichts zu tun und müssen extra bezahlt werden.

Tickets Josefov

Alle oben erwähnten jüdischen Sehenswürdigkeiten, außer die Altneu-Synagoge, gehören zum „Jüdischen Museum Prag“. Sie sind jedoch in verschiedenen Straßen in dem Viertel, aber maximal hundert Meter voneinader entfernt. Nur die Spanische Synagoge ist etwas weiter weg (circa 200 Meter).

Es gibt ein gemeinsames Ticket für die oben erwähnten Synagogen, den jüdischen Friedhof, die Robert Guztmann Galerie und die Zeremonienhalle. Dies kostet für Erwachsene 350 tschechische Kronen. Kinder unter 15 Jahre, sowie ältere Schüler und Studenten bis 26 Jahre, zahlen 250 Kronen, Kinder unter 6 Jahre können umsonst die jüdischen Sehenswürdigkeiten besuchen. Die Altneu-Synagoge kostet 200 Kronen extra, man sollte sie aber trotzdem unbedingt anschauen. Seit einiger Zeit gibt es nun auch ein Kombi-Ticket inklusive der Altneu-Synagoge für 500 Kronen für Erwachsene (also etwa 20 Euro). Man kann die Eintrittskarten für Josefov vor Ort kaufen. Die meisten Touristen kaufen die Kombi-Eintrittskarten für das jüdische Josefov an der Pinkas-Synagoge, hier ist zugleich auch der Eingang zum Alten Jüdischen Friedhof.

Wichtig: Führungen und Prague Card Judenviertel Josefov

Da die Dinge recht schwer zu verstehen sind, empfehlen wir eine gute Führung durch das jüdische Josefov. Diese sollte man vorher im Internet buchen (Dauer etwa 2,5 Stunden), da die Kapazitäten begrenzt sind.     >>   Link mit mehr Infos und Buchung

Mit der tollen Prague Card ist der Eintritt in die jüdischen Sehenswürdigkeiten umsonst. Die Prague Card ist ein Touristenticket mit freiem Eintritt in sehr viele Sehenswürdigkeiten in Prag, freiem öffentlichen Nahverkehr und einiges mehr. >> Auf diesem Link gibt es die Prague Card und mehr Infos.

Maisel-Synagoge
Maisel-Synagoge Prag

Öffnungszeiten Josefov

Natürlich ist das Stadtviertel immer geöffnet. Somit beziehen sich folgende Angaben auf die oben beschriebenen jüdischen Sehenswürdigkeiten. Samstag ist Ruhetag, an allen anderen Tagen (außer einigen jüdischen Feiertagen) kann man die Synagogen, den Friedhof usw. ab 9 Uhr besuchen. Im Sommer ist alles bis 18 Uhr geöffnet, im Winter wegen der frühen Dunkelheit in Prag nur bis 16:30. Diese Öffnungszeiten gelten für alle jüdischen Sehenswürdigkeiten in der Josefstadt von Prag (Josefov).

Kurzer Film über Josefov

Kurze Doku (etwa 4 min) mit allen wichtigen Sehenswürdigkeiten

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.