Kleinseite Prag

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Die Kleinseite ist einer der schönsten und bekanntesten Stadtteile von Prag. Sie liegt auf der anderen Seite der Moldau, direkt gegenüber der Altstadt. Wer von der Altstadt über die Karlsbrücke geht, kommt fast automatisch in die Kleinseite. Viele Touristen laufen durch diesen historischen Stadtteil auf dem Weg zur Prager Burg, bleiben dann aber länger als geplant. Das ist kein Wunder: Die Kleinseite gehört mit ihren alten Gassen, barocken Palästen, Kirchen, Gärten und kleinen Plätzen zu den atmosphärischsten Vierteln der tschechischen Hauptstadt. Offizielle Tourismusseiten von Prag beschreiben Malá Strana ausdrücklich als einen der historisch bedeutendsten und architektonisch wertvollsten Bereiche der Stadt.

Auf Englisch heißt die Kleinseite „Lesser Town“, auf Tschechisch „Malá Strana“. Beide Namen hört man oft. Für deutschsprachige Touristen ist die Bezeichnung Kleinseite aber weiter verbreitet. Im Vergleich zur Altstadt wirkt dieser Teil von Prag etwas ruhiger, eleganter und weniger hektisch. Gleichzeitig liegen hier einige der großen Highlights der Stadt. Die Kleinseite ist also kein Nebenschauplatz, sondern ein zentraler Teil jedes guten Prag-Besuchs.

Sehenswürdigkeiten gibt es viele in der Kleinseite, auch wenn die Prager Burg natürlich das ganz große Highlight ist. Die Burg selbst behandeln wir ausführlich in diesem Artikel. Hier geht es um die Kleinseite als Viertel und um die wichtigsten Attraktionen rund um Karlsbrücke, Plätze, Kirchen, Gärten und Paläste.

Kleinseite Prag mit historischen Häusern und Blick zur Prager Burg

Was ist die Kleinseite in Prag?

Die Kleinseite ist ein historischer Stadtteil direkt unterhalb der Prager Burg. Sie entstand im Mittelalter und entwickelte sich später zu einem wichtigen Wohn- und Verwaltungsviertel. Heute ist sie vor allem für ihre barocke Architektur bekannt. Große Teile des Viertels wurden nach schweren Zerstörungen in früheren Jahrhunderten neu aufgebaut. Genau deshalb sieht man in der Kleinseite so viele prächtige barocke Kirchen, Paläste und Bürgerhäuser. Die Gegend wirkt an vielen Stellen fast wie ein großes Freilichtmuseum, ist aber bis heute ein lebendiger Stadtteil mit Botschaften, Hotels, Restaurants und Wohnungen.

Für Touristen ist die Kleinseite besonders praktisch, weil sie mehrere wichtige Bereiche miteinander verbindet. Einerseits kommt man hier von der Altstadt über die Karlsbrücke an. Andererseits steigt man von hier hinauf zur Prager Burg. Dazu kommen eigene Sehenswürdigkeiten wie die John-Lennon-Mauer, die Kampa-Insel, die St.-Nikolaus-Kirche und das Wallenstein-Palais. Gerade deshalb sollte man die Kleinseite nicht nur als Durchgangsweg sehen, sondern als eigenes Reiseziel.

Das beste Ticket für die Prager Burg

Die Warteschlangen an der Prager Burg sind oft lang, auch an der Sicherheitskontrolle. Mit einem Online-Ticket sparst du oft viel Zeit. Die folgende Eintrittskarte für die Burg ist eine sehr gute Wahl und beinhaltet eine kurze Einführung durch einen Stadtführer.

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Der Kleinseitner Ring: Zentrum des Viertels

Der zentrale Platz der Kleinseite ist der Kleinseitner Platz, auf Tschechisch Malostranské náměstí. Wer nach der Überquerung der Karlsbrücke einfach geradeaus weitergeht, kommt fast automatisch dorthin. Der Platz ist einer der wichtigsten Orientierungspunkte im Viertel. Hier kreuzen sich Wege Richtung Burg, Nerudova-Gasse, Wallenstein-Garten und andere Teile der Kleinseite.

Der Platz wirkt anders als der große Altstädter Ring auf der anderen Seite der Moldau. Er ist weniger monumental, dafür gemütlicher und stärker von barocker Architektur geprägt. Genau hier steht auch die große St.-Nikolaus-Kirche, die zu den wichtigsten Barockkirchen von Prag gehört. Die offizielle Tourismusseite der Stadt nennt sie eines der bedeutendsten barocken Kirchenbauwerke von Prag; der heutige Bau entstand im 18. Jahrhundert und wurde von den Dientzenhofers geprägt.

Kleinseitner Platz in Prag mit historischen Gebäuden

St.-Nikolaus-Kirche in der Kleinseite

Die St.-Nikolaus-Kirche ist das große Wahrzeichen der Kleinseite. Schon von weitem sieht man die mächtige Kuppel und den hohen Turm. Im Inneren erwarten Besucher viel barocker Prunk, große Deckenfresken und eine sehr eindrucksvolle Raumwirkung. Die Kirche wurde zwischen dem frühen 18. Jahrhundert und der Mitte des Jahrhunderts errichtet und gilt als eines der wichtigsten Beispiele des Prager Barock. Offizielle Informationen der Kirche nennen außerdem aktuelle Besichtigungszeiten und Eintrittspreise; die Kirche ist also auch touristisch gut zugänglich.

Selbst wer keine Kirchen besonders mag, sollte zumindest kurz hineingehen. Die St.-Nikolaus-Kirche ist nicht einfach nur ein religiöses Gebäude, sondern ein sehr starkes Stück Architektur. Sie zeigt auch gut, warum die Kleinseite architektonisch so wichtig ist. Rund um den Platz und die Kirche spürt man die historische Dichte des Viertels besonders deutlich.

Nerudova-Gasse: Der schönste Weg zur Burg

Geht man vom Kleinseitner Platz aus weiter bergauf, kommt man in die Nerudova-Gasse. Für viele Touristen ist das eine der schönsten Straßen in ganz Prag. Alte Häuser, dekorative Fassaden, kleine Läden, Cafés und Restaurants sorgen für viel Atmosphäre. Gerade wer zu Fuß zur Prager Burg gehen möchte, sollte diese Route nehmen.

Die Gasse ist historisch sehr bekannt und gehört zu den klassischen Wegen vom Stadtteil hinauf auf den Burgberg. In der Hauptsaison ist hier viel los, aber die Straße ist trotzdem sehenswert. Gerade früh am Morgen oder am Abend wirkt die Nerudova-Gasse besonders schön, wenn weniger Gruppen unterwegs sind.

Die deutsche Botschaft in Prag

Nur wenige Meter von der Nerudova-Gasse entfernt liegt die deutsche Botschaft. Für viele Deutsche ist dies ein besonders geschichtsträchtiger Ort. 1989 flüchteten tausende DDR-Bürger in das Gelände der Botschaft, um ihre Ausreise in den Westen zu erzwingen. Dieses Ereignis gehört zu den bekanntesten Kapiteln der deutsch-tschechischen Zeitgeschichte und macht den Ort für viele Besucher bis heute interessant.

Deutsche Botschaft Prag in der Kleinseite
Deutsche Botschaft Prag

Auch wenn man die Botschaft nicht wie eine normale Sehenswürdigkeit besichtigt, lohnt sich ein kurzer Blick von außen. Gerade für deutschsprachige Besucher hat der Ort oft eine stärkere emotionale Wirkung als viele andere historische Gebäude.

John-Lennon-Mauer

Unbedingt anschauen sollte man in der Kleinseite auch die berühmte John-Lennon-Mauer. Sie ist ein Symbol für Liebe, Frieden, freie Meinungsäußerung und den Widerstand gegen die sozialistische Diktatur in den 1980er Jahren. Die Wand ist heute eine der bekanntesten alternativen Sehenswürdigkeiten in Prag und liegt nur wenige Minuten von der Karlsbrücke entfernt. Offizielle Informationen von Prague.eu beschreiben sie bis heute als Symbol von Freiheit und freiem Ausdruck.

Die Mauer ist heute stark touristisch, bleibt aber trotzdem interessant. Gerade junge Besucher bleiben hier oft länger stehen, machen Fotos oder beobachten einfach das Geschehen. In der warmen Jahreszeit ist rund um die Lennon Wall fast immer etwas los.

John Lennon Wall in Prag

Kampa-Insel

Sehr interessant in der Kleinseite ist auch die Kampa-Insel in der Moldau direkt südlich der Karlsbrücke. Hier findet man kleine Gassen, alte Mühlen, einen schönen Park und das bekannte Kampa Museum für moderne Kunst. Die Insel wirkt deutlich ruhiger als die großen touristischen Achsen rund um Brücke und Burg. Gerade deshalb lohnt sich ein Abstecher.

Wer nach dem Gedränge auf der Karlsbrücke oder in Richtung Burg eine entspanntere Ecke sucht, ist auf Kampa richtig. Besonders schön ist die Kombination aus Wasser, alten Häusern und Grünflächen. Für viele Besucher ist Kampa einer der angenehmsten Teile der Kleinseite.

Wallenstein-Palais und Wallenstein-Garten

Eines der schönsten Gebäude der Kleinseite ist das Wallenstein-Palais. Heute tagt dort der tschechische Senat. Das Gebäude selbst kann deshalb nicht immer vollständig besichtigt werden, aber schon von außen ist es sehr beeindruckend. Noch wichtiger für viele Touristen ist der Wallenstein-Garten. Die offizielle Tourismusseite von Prag führt ihn als bedeutende Gartenanlage der Kleinseite. Gerade im Frühling und Sommer ist der Garten eine sehr gute Station für einen ruhigen Spaziergang.

Waldstein Palais in der Kleinseite Prag

Wer nach Kirchen, Brücken und Gassen etwas Abwechslung sucht, sollte in den Garten gehen. Die Anlage wirkt repräsentativ, aber gleichzeitig auch entspannt. Damit unterscheidet sie sich angenehm von vielen anderen Stationen im Zentrum.

Gärten in der Kleinseite

Die Kleinseite ist nicht nur wegen ihrer Häuser und Kirchen interessant, sondern auch wegen mehrerer schöner Gärten. Besonders oft genannt wird der Vrtba-Garten. Er gehört zu den bekanntesten Barockgärten in Prag und bietet schöne Ausblicke, Treppenanlagen und eine sehr gepflegte Gestaltung. Dazu kommen weitere Gartenanlagen in Richtung Burg und Petřín.

Gerade wer im Sommer in Prag ist, sollte einen Gartenbesuch einplanen. Das Viertel ist dicht bebaut, und ein ruhiger Garten kann nach den touristischen Hotspots sehr angenehm sein. Viele Besucher unterschätzen diesen Teil der Kleinseite. Dabei gehören die Gärten klar zu den Stärken des Viertels.

Die Kleinseite als Weg zur Prager Burg

Sehr viele Touristen durchqueren die Kleinseite auf dem Weg vom Zentrum zur Prager Burg. Das ist logisch, denn die Burg liegt auf einem Hügel nördlich der Kleinseite. Trotzdem sollte man das Viertel nicht nur als Zubringer betrachten. Wer einfach nur so schnell wie möglich hinauf zur Burg geht, verpasst viel. Eigentlich ist die beste Strategie, die Kleinseite als eigenen Teil des Tages einzuplanen und danach weiter zur Burg zu gehen.

Gerade die Kombination ist stark: erst Karlsbrücke, dann Kleinseitner Ring, Nerudova-Gasse, eventuell Lennon Wall oder Kampa, danach die Prager Burg. So bekommt man ein viel vollständigeres Bild vom historischen Prag.

Atmosphäre, Cafés und Restaurants

Die Kleinseite ist nicht nur wegen ihrer klassischen Sehenswürdigkeiten interessant. Viele Besucher mögen auch einfach die Atmosphäre. Das Viertel hat viele kleine Cafés, Restaurants und ruhige Seitenstraßen. Besonders rund um den Kleinseitner Platz und die Nerudova-Gasse gibt es viele Möglichkeiten für eine Pause.

Im Vergleich zur Altstadt wirkt vieles etwas entspannter, auch wenn die Hauptwege in der Saison natürlich voll sind. Wer morgens oder abends durch die Kleinseite läuft, merkt schnell, warum so viele Prag-Besucher gerade diesen Stadtteil besonders mögen.

Wie viel Zeit sollte man für die Kleinseite einplanen?

Viele Reisende laufen in einer Stunde einmal durch und denken, sie hätten alles gesehen. Das ist zu wenig. Für einen ersten Eindruck reichen vielleicht 60 bis 90 Minuten. Wer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wirklich sehen will, sollte eher einen halben Tag einplanen. Mit Kampa, Lennon Wall, St.-Nikolaus-Kirche, Wallenstein-Garten und dem Weg hinauf zur Burg wird daraus schnell ein längerer Rundgang.

Unser Tipp: Die Kleinseite nicht in Hektik machen. Gerade das Viertel lebt davon, dass man auch einmal eine Seitenstraße, einen kleinen Innenhof oder ein Café mitnimmt. Wenn du Prag nur kurz besuchst, lohnt sich hier trotzdem ein etwas langsameres Tempo.

Für wen lohnt sich die Kleinseite besonders?

Eigentlich für fast alle. Erstbesucher erleben hier einen sehr typischen Teil von Prag. Fotografen finden viele gute Motive. Geschichtsinteressierte bekommen Kirchen, Botschaft, politische Symbolorte und den Weg zur Burg. Wer einfach nur schön durch die Stadt laufen möchte, ist in der Kleinseite ebenfalls richtig.

Besonders empfehlenswert ist der Stadtteil für Menschen, die das klassische Prag mögen, aber nicht nur zwischen Altstädter Ring und Burg hin- und herwechseln wollen. Die Kleinseite verbindet bekannte Sehenswürdigkeiten mit mehr Atmosphäre und etwas mehr Ruhe.

Unsere Tipps für die Kleinseite

  • Morgens über die Karlsbrücke kommen: Dann ist der Übergang von der Altstadt oft am angenehmsten.
  • Nicht direkt nur zur Burg hochlaufen: Erst den Kleinseitner Platz und die Umgebung anschauen.
  • Kampa und Lennon Wall kombinieren: Das passt sehr gut zusammen.
  • Für die St.-Nikolaus-Kirche etwas Zeit lassen: Sie ist innen oft eindrucksvoller als von außen.
  • Bequeme Schuhe anziehen: Viele Wege gehen bergauf oder über Pflaster.

Kleinseite Prag Top 10 Sehenswürdigkeiten

  • St.-Nikolaus-Kirche: Eine der wichtigsten Barockkirchen von Prag.
  • John Lennon Mauer: Symbol für Freiheit, Frieden und Protest.
  • Kampa-Insel: Insel mit Park, Wasser und Kampa Museum.
  • Strahov-Kloster: Historisches Kloster mit berühmter Bibliothek.
  • Wallenstein-Palais: Sitz des tschechischen Senats.
  • Malostranské náměstí: Zentraler Platz der Kleinseite.
  • Prager Burg: Größtes Highlight oberhalb der Kleinseite.
  • Goldenes Gässchen: Berühmte kleine Gasse in der Burg.
  • Karlsbrücke: Historische Brücke zwischen Altstadt und Kleinseite.
  • Vrtba-Garten: Einer der schönsten Barockgärten in Prag.

Fazit: Lohnt sich die Kleinseite in Prag?

Ja, eindeutig. Die Kleinseite gehört zu den schönsten Vierteln von Prag und sollte bei keiner ersten Reise fehlen. Sie ist mehr als nur der Weg zur Burg. Kirchen, Plätze, Paläste, Gärten, Kampa, John Lennon Wall und die direkte Nähe zur Karlsbrücke machen den Stadtteil zu einem der vielseitigsten Bereiche der Stadt. Dazu kommt die besondere Atmosphäre aus Barock, Geschichte und etwas mehr Ruhe als auf den großen Hauptachsen der Altstadt.

Wer Prag wirklich verstehen möchte, sollte nicht nur Altstadt und Burg sehen, sondern auch die Kleinseite bewusst erleben. Genau hier zeigt sich, warum Prag für viele Besucher eine der schönsten Städte Europas ist.

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